Bei der Kreismitgliederversammlung der GRÜNEN Nordfriesland am 15. Juli in Husum wurden wichtige personelle und inhaltliche Entscheidungen getroffen. Die Mitglieder wählten Mads Hansen aus Husum zum neuen Schatzmeister und Nina Krainz aus Bordelum zur Beisitzerin im Kreisvorstand.
Inhaltlicher Schwerpunkt der Versammlung war die Beratung über das Projekt „Grünes Lebensband Schleswig-Holstein”. Der vom Ortsverband Eiderstedt eingebrachte Antrag zur Unterstützung dieses Projekts wurde von den anwesenden Mitgliedern einstimmig angenommen.
Das „Grüne Lebensband“ zielt darauf ab, die West-Ost-Achse Schleswig-Holsteins von Eiderstedt über die Eider-Treene-Sorge-Niederung bis zur Schleiregion ökologisch und touristisch aufzuwerten. „Dieses Gebiet verbindet zwei UNESCO-Welterbestätten und bietet hervorragende Möglichkeiten für ein integratives Entwicklungsprojekt von landesweiter Bedeutung“ erläuterte der Sprecher Georg Wirtz des Ortsverbands Eiderstedt bei der Vorstellung des Antrags.
Die Initiative sieht vor, bestehende Strukturen miteinander zu verknüpfen, Lücken zu schließen und bislang ungenutzte Synergien zu erschließen. Nachhaltiger Tourismus, Natur- und Landschaftsschutz sowie kulturelle und archäologische Aspekte sollen dabei sinnvoll verbunden werden. Besonders betont wurde die Chance, einen ökologischen und touristischen Potentialraum vom Weltnaturerbe Wattenmeer zum Weltkulturerbe Haithabu/Danewerk zu schaffen.
Der Antrag verweist auf zahlreiche bestehende Elemente, die in das Projekt integriert werden könnten: den Radfernweg Wikinger-Friesen-Weg, die historische Wikingerquerung von Schleswig-Holstein, die Naturparks Hüttener Berge und Schlei sowie verschiedene Schutzgebiete entlang der Hauptachsen des überregionalen Vogelzuges.

„Bislang fehlen eine übergreifende Koordination, strategische Vernetzung und landesweite Strahlkraft“, heißt es in der Begründung des Antrags. „Wenn es gelingt, die verschiedenen Akteure zu einer gemeinsamen Arbeit am ‚Grünen Lebensband Schleswig-Holstein‘ zu motivieren, könnte auf dieser West-Ost-Achse eine Verbindung entstehen, die mehr ist als die Summe der Einzelaktivitäten.“
Der Kreisverband Nordfriesland wird nun mit dem Landesverband in Kontakt treten, um das Projekt auf Landesebene voranzubringen. Ziel ist es, die verschiedenen Akteure aus den Bereichen Tourismus, Naturschutz, Landwirtschaft, Kultur und Archäologie für eine gemeinsame Strategie zu gewinnen.