Das Alte geht, das Neue kommt

Gerade ist das alte Jahr zu Ende gegangen und wir haben das neue begrüßt. Während Rummelpott und viele weitere Bräuche gern gelebt werden, scheint das typische Silvester-Feuerwerk nicht mehr zeitgemäß zu sein.

Da wir auf der Insel viele reetgedeckte Häuser haben, hatte das Amt Pellworm wie jedes Jahr zur Gefahrenabwehr ein absolutes Abbrennverbot von pyrotechnischen Gegenständen der Klasse II im Umkreis von 300 Metern von reetgedeckten Häusern angeordnet (siehe Aktuelles auf der Webseite der Gemeinde).

Als ich das gelesen habe, habe ich mich gefragt, auf welche Bereiche von Pellworm sich das eigentlich erstreckt und das Internet um Rat gefragt. Mit Hilfe von Luftaufnahmen eines großen Kartenanbieters und des kleinen Tools Motjet konnte ich eine Karte erstellen, die in blauen Kreisen jeweils den 300-Meter-Radius um reetgedeckte Häuser zeigt. Da bleibt außer den Fennen und einigen wenigen Abschnitten von Straßenzügen nicht viel übrig. Insbesondere Tammensiel, das den Schwerpunkt des privaten Silvesterfeuerwerks bildet, ist größtenteils Verbotszone.

In unserem unmittelbaren Umfeld haben mit Sylt, Amrum und Sankt-Peter-Ording einige Gemeinden Böllerverbote erlassen. Besonders unsere Nachbarinsel Amrum macht seit Jahrzehnten vor, dass eine ruhige Silvesternacht gelingen kann und Touristen nicht abschreckt, sondern sogar für ruhesuchende Menschen und Hundebesitzende über den Jahreswechsel besonders attraktiv ist.

In der empfindlichen Umgebung des Nationalparks Wattenmeer stellt die Knallerei auf Pellworm eine Belastung für die Tierwelt dar. Der Lärm schreckt Vögel auf, die dabei die in den Wintermonaten dringend benötigten Energiereserven verbrauchen und in der Folgezeit vermehrt fressen müssen. Feuerwerksrückstände belasten die geschützte Natur im Wattenmeer und stellen eine potenzielle Gefahr für Tiere und Böden dar. Silvesterfeuerwerk ist auch für eine deutliche Feinstaubemission verantwortlich.

Im Sinne der Nachhaltigkeitsziele und der Zielstellung als Biosphären-Entwicklungszone bekennt sich Pellworm klar zu einer Insel als ruhigem, naturnahem Erholungsort und bewirbt dies auch. Das sollten wir noch weiter ausbauen.

Bemerkenswert ist, dass unser Edeka Ende Dezember keine Feuerwerkskörper im Angebot hatte. Vielleicht können wir das als Anlass nehmen, gemeinschaftlich den privaten Gebrauch von Feuerwerk auf unserer Insel zu beenden und uns stattdessen zu einem Fackel- und Wunderkerzen-Flashmob am Hafen zu verabreden. Oder den Jahreswechsel touristisch nutzen und eine professionelle Licht- oder Feuershow organisieren.

In diesem Sinne: Prost, Neujahr!