{"id":508,"date":"2017-08-14T16:57:34","date_gmt":"2017-08-14T14:57:34","guid":{"rendered":"http:\/\/gruene-sylt.de\/?p=508"},"modified":"2023-08-29T15:17:50","modified_gmt":"2023-08-29T13:17:50","slug":"busfahren-auf-kurkarte-wer-definiert-das-nahverkehrskonzept","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-nf.de\/sylt\/2017\/08\/14\/busfahren-auf-kurkarte-wer-definiert-das-nahverkehrskonzept\/","title":{"rendered":"&#8222;Busfahren auf Kurkarte&#8220;: Wer definiert das Nahverkehrskonzept?"},"content":{"rendered":"<div><\/div>\n<h3>Die Erstellung eines Nahverkehrskonzeptes ist Sache der Politik<\/h3>\n<div>Nat\u00fcrlich geht es beim Thema &#8222;Fahrscheinloser \u00d6PNV&#8220; um solide Kalkulationen (f\u00fcr die Gemeinden und f\u00fcr das Busunternehmen). Es ist gut, wenn Politik und Auftragnehmer vertrauensvoll zusammenarbeiten. Ohne Mut und Risikobereitschaft jedoch sind neue Konzepte nicht machbar, Risiken m\u00fcssen auf mehrere Schultern verteilt werden.<\/div>\n<div>Vor all dem geht es im Augenblick darum, dass die Politik auf Sylt ein zukunftsweisendes Nahverkehrskonzept definiert und die Verantwortung \u00fcbernimmt f\u00fcr die Zukunftsgestaltung und diese nicht an ein Privatunternehmen delegiert, das &#8211; verst\u00e4ndlicherweise &#8211; seine eigenen Bedingungen stellt. \u00a0Unklar ist bislang, wie der Nahverkehrsplan auf der Insel eigentlich aussieht.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Die Verantwortung f\u00fcr Klimaschutz, den Erholungswert der Insel und die Mobilit\u00e4tsm\u00f6glichkeiten der SylterInnen\u00a0sind auch Sache der Politik<\/h3>\n<div>Ich bin gespannt, wie die Inselpolitik ihre Verantwortung \u00fcbernimmt f\u00fcr den Klimaschutz, die Verantwortung f\u00fcr den Erholungswert der Insel, die Verantwortung auch f\u00fcr Mobilit\u00e4tsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Sylterinnen und Sylter, die auf den Bus angewiesen sind oder ihn bewusst nutzen wollen (Daseinsf\u00fcrsorge). Also f\u00fcr das Streckennetz, den Antrieb der Busse, die Taktung, die Preisgestaltung\u00a0&#8211; f\u00fcr einen Zeitraum von 10 Jahren.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Im Rheinland habe ich jahrelang f\u00fcr etwas mehr als 50 Euro monatlich ein Jahresabo f\u00fcr s\u00e4mtliche Verkehrsmittel im Nahverkehr gehabt, \u00fcbertragbar und g\u00fcltig in der gesamten Gro\u00dfstadt &#8211; Fahrradmitnahme inklusive. Abends und am Wochenende konnte ich noch eine weitere Person kostenfrei mitnehmen und im gesamten Verkehrsverbund Rhein-Ruhr unterwegs sein &#8211; ohne zus\u00e4tzliche Kosten. So was geht, wenn die \u00f6ffentliche Hand Verantwortung \u00fcbernimmt. Und hier auf der Insel haben wir sogar die gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit, den \u00d6PNV weitgehend \u00fcber die Kurtaxe zu finanzieren.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Eigenwirtschaftliche Unternehmen haben weitgehende Entscheidungsmacht<\/h3>\n<div>Nur in den seltensten F\u00e4llen kann ein lokaler \u00d6PNV kostendeckend &#8211; eigenwirtschaftlich &#8211; betrieben werden und gleichzeitig \u00f6kologische und soziale Erfordernisse abdecken. Sichert ein Unternehmen einen \u00d6PNV ohne \u00f6ffentliche Zusch\u00fcsse zu, hat es weitgehende Entscheidungsmacht. Verst\u00e4ndlich, dass ein Busunternehmer sich da nicht rein reden lassen will. Es hat unternehmerische Entscheidungen zu treffen, ob diese auch \u00f6kologisch oder sozial sind, liegt dann nicht mehr im Einflussbereich der politischen Gremien. Diese aber haben die Aufgabe, auch andere Interessenlagen im Blick zu halten und bereits beschlossene (Verkehrs- und Tourismus-)Leitbilder umzusetzen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>Entscheidet sich die Politik daf\u00fcr, selber mitbestimmen zu k\u00f6nnen und neue Ideen und Innovationen \u00fcber die Kurkarte zu finanzieren, wird man um eine \u00f6ffentliche Ausschreibung wohl nicht herumkommen. Diese jedoch ist &#8211; so ist seit wenigen Tagen klar &#8211; bisher nicht geplant.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Fahrscheinloser \u00d6PNV ist bereits woanders erfolgreich<\/h3>\n<div>Dabei k\u00f6nnten wir lernen aus den Erfahrungen von Regionen, wo der fahrscheinlose \u00d6PNV bereits erprobt wurde und wird. Die Art der Gegenfinanzierung zum Beispiel ist ein wichtiger Faktor. Unter anderem im belgischen Hasselt wurde das f\u00fcr die Fahrg\u00e4ste kostenfreie Busfahren zum vollen Erfolg. Ein mutiger B\u00fcrgermeister gewann mit einem innovativen Verkehrskonzept die Wahl und\u00a0machte &#8222;N\u00e4gel mit K\u00f6ppen&#8220;. Die Menschen stiegen vom Auto um in den Bus. Der bis dato mehrspurige Innenstadtring wurde zum &#8222;gr\u00fcnen Boulevard&#8220;, radfahrer- und fu\u00dfg\u00e4ngerfreundlich.\u00a0Nach 15 Jahren hatte sich der Umsatz in der Innenstadt verdreifacht und die Menschen lie\u00dfen ihre Autos zuhause.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Auch auf Sylt wird &#8222;Busfahren auf Kurkarte&#8220; gew\u00fcnscht<\/h3>\n<div>Aus den bisherigen Befragungen in den Sylter Facebook-Gruppen (sowie aus anderen Umfragen z.B. von ADAC und dem Verkehrsclub Deutschland) k\u00f6nnen Hypothesen gewonnen werden, was Menschen zum Umstieg auf den Bus bewegen wird. Es sind dies wahrscheinlich eine h\u00f6here Taktung, die Erreichbarkeit der Haltestelle, dass der Bus auch dahin f\u00e4hrt wo man hin will und dass er schnell ist, m\u00f6glichst schneller als das Auto &#8211; und nicht so \u00fcberf\u00fcllt. Dass er verl\u00e4sslich auch Menschen im Rollstuhl mitnimmt und die Geldb\u00f6rse schont. All das k\u00f6nnten Kriterien einer Ausschreibung sein.<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Es braucht f\u00fcr eine Verkehrswende mehrere Bausteine<\/h3>\n<div>Weiterhin sind zus\u00e4tzliche Bausteine eines verkehrstechnischen Gesamtkonzeptes umzusetzen und endlich ein zukunftsweisendes Fahrradkonzept. \u00a0Das bisherige Busunternehmen (SVG) hat \u00a0in diesem Zusammenhang wesentliche Ideen auf den Tisch gelegt (eigene Busspur, Vorrang f\u00fcr Busse, h\u00f6here Parkgeb\u00fchren und anderes mehr).<\/div>\n<div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Busfahren auf Kurkarte bietet Vorteile auch f\u00fcr Menschen, die das Auto nutzen<\/h3>\n<div>Die M\u00f6glichkeit des Busfahrens auf Kurkarte verringert den Ger\u00e4uschpegel, den CO2-Aussto\u00df und erh\u00f6ht den Erholungswert der Insel. Und spart zudem allen Zeit und Nerven &#8211; auch denen, die weiterhin mit dem Auto unterwegs sein m\u00fcssen.<\/div>\n<div>Also: Mut zu neuen Wegen &#8211; wann wenn nicht jetzt?<\/div>\n<div><\/div>\n<p>Ver\u00f6ffentlicht von von Margot B\u00f6hm am 16.8.2017<\/p>\n<h3>Termine diese Woche:<\/h3>\n<div>Mittwoch, 16.8., 17 Uhr: <a href=\"https:\/\/westerland.more-rubin1.de\/sitzungen_top.php?sid=2017-VV-LZV-21\">Sitzung des Landschaftszweckverbandes.<\/a> Thema u.a.: Neuordnung des \u00d6PNV<\/div>\n<div>Donnerstag, 17.8. 19 Uhr: <a href=\"https:\/\/westerland.more-rubin1.de\/sitzungen_top.php\">Sitzung der Gemeindevertretung Sylt<\/a>. Thema u.a.: unsere Anfrage zum Busfahren auf Kurkarte<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erstellung eines Nahverkehrskonzeptes ist Sache der Politik Nat\u00fcrlich geht es beim Thema &#8222;Fahrscheinloser \u00d6PNV&#8220; um solide Kalkulationen (f\u00fcr die Gemeinden und f\u00fcr das Busunternehmen). 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