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Pressemitteilung der GRÜNEN zur Windkraft-Debatte

Husum, 21. September 2009

 

Windkraft? - Ja bitte  - aber bitte nicht die Fehler der Biogas-Anlagen wiederholen

 

Derzeit wird nicht nur in Nordfriesland heftig um die Ausweisung neuer Flächen für Windkraftanlagen gerungen. Auch bei den Grünen wird die Diskussion kontrovers aber konstruktiv geführt.

 

Für die Öko-Partei ist Windkraft eine der tragenden Säulen ihres Energiekonzeptes, das sowohl einen möglichst schnellen Ausstieg aus der Atomenergie als auch einen mittelfristigen Ausstieg aus der Kohlekraft vorsieht. "Nur wenn wir es schaffen, möglichst schnell auf die fossilen Energieträger zu verzichten, ist unser Widerstand gegen die Einlagerung von CO2 glaubwürdig. Der Neubau von Kohlekraftwerken, wie ihn die Landes- und die Bundesregierung forcieren, straft die Absagen an CCS hier vor Ort Lügen." so Andreas Tietze, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kreistag.

 

Windkraft, Sonnenenergie und nachwachsende Rohstoffe sind wichtige Energieträger der Zukunft. Tietze schränkt ein: "Allerdings müssen wir schon aufpassen, dass uns die Geister, die wir rufen, nicht überrollen – so wie es bei den Biogasanlagen geschehen ist. Hier waren wir Grünen maßgeblich an der Förderung beteiligt - die Auswüchse, die der damit verbundene Maisanbau jetzt hervorbringt, sind aber keineswegs im Sinne des Umwelt- und Naturschutzes.Die großen Monokulturen bringen vielfältige Probleme mit sich, sei es für die anderen Landwirte durch die steigenden Bodenpreise, sei es für Fauna und Flora durch den Wegfall von Grünland und Brachflächen, sei es für den Tourismus durch die fortschreitende Ausräumung der Landschaft. Da muss schnell gegengesteuert werden.“

 

"Solche Fehler gilt es bei der Ausweitung der Windflächen zu vermeiden. Es ist für uns unabdingbar, dass auf den Inseln und Halligen und im Kernbereich von Eiderstedt keine neuen Windflächen ausgewiesen werden dürfen. Windkraftanlagen gehören nicht mitten in einen Nationalpark und auch nicht in touristische Schwerpunktgebiete." so Uwe Schwalm, Grüner Kreistagsabgeordneter.

 

Dennoch ist der allergrößte Teil des Kreises Nordfriesland ein hervorragendes Gebiet um mit Wind Strom zu erzeugen. Hier müssen mit Augenmaß und in Absprache mit den Menschen vor Ort Lösungen gefunden und Flächen ausgewiesen werden. Dies ist in der Vergangenheit mit sehr gutem Erfolg gelungen. Sinnvoll ist es so, wie es die Landesplanung versucht: es werden übergeordnete, allgemeingültige Kriterien für alle auszuweisenden Flächen festgelegt, an denen dann jeder Einzelfall überprüft wird.

 

"Wir wollen für Nordfriesland die zusätzliche Fläche nicht auf 1000 ha begrenzen, das ist viel zu wenig. Dies entspricht gerade mal den 1% der Landesfläche, auf die laut Landesplanung die Windeignungsflächen für den Durchschnitt aller Kreise begrenzt werden sollen und würde einem Ausbau der erneuerbaren Energien diametral entgegen laufen. Die Grünen haben sich gemeinsam mit den anderen Kreistagsfraktionen dafür ausgesprochen, die Fläche auf 2% zu erhöhen.

Entscheidend ist dabei aber längst nicht nur die ausgewiesene Fläche, sondern auch die Leitungskapazität. Deren Ausbau ist zwingend erforderlich - damit  stillstehende Windräder im wehenden Wind nicht weiterhin ein tägliches Bild in Nordfriesland sind." so Andreas Tietze.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, ein Modell zu erarbeiten, dass alle Gemeinden in Nordfriesland und deren Bürger an den Erträgen der Windgeneratoren teilhaben lässt. Dazu sind übergreifende Bürgerbeteilungen anzubieten und Ausgleichsmechanismen bei den Steuererträgen zu erarbeiten.

 

"Auch wenn derzeit im Doppel-Wahlkampf auch auf Landesebene nicht am Landesentwicklungsplan gearbeitet wird, muss die Region schon jetzt aktiv werden, um mehr Windeignungsflächen durchzusetzen. Denn sicher ist, dass die neue Landesregierung nach der Wahl alsbald die Weichen stellen wird. Wir wollen Windland Nr. 1 bleiben."

 

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