Detlef Matthiessen, MdL, besuchte die Wiedingharde:
Zusammen mit dem Vorsitzenden der grünen Kreistagsfraktion Andreas Tietze und dessen Kieler Kollegen Lutz Oschmann besuchte der Landtagsabgeordnete Detlef Matthiessen die Wiedingharde, um sich über die dortigen Projekte im Bereich der regenerativen Energien zu informieren.
Die Solarpark Rodenäs GmbH hat es ihm dabei besonders angetan. Die Idee liegt nahe: Wenn ein Solarpanel, also eine Platte zur Erzeugung von Sonnenstrom, immer direkt der Sonne entgegengerichtet wird, muss der Stromertrag steigen. Genau dies ist die Geschäftsidee der nordfriesischen Techniktüftler. Sie entwickeln und produzieren Nachführungen für Solaranlagen. Das technische Know How dafür haben der Landwirt Frank Groneberg und der Ingenieur Dr. Armin Wulf ausgeknobelt.
„Für uns Grüne ist der Klimawandel und die abnehmenden Rohstoffvorräte Thema Nummer Eins. Wir können nicht so weitermachen wie bisher. Der Weg in ein technisches Solarzeitalter der Zukunft ist ohne Alternative. Wir stehen damit am Beginn einer neuen industriellen Revolution.“ zeigte sich Matthiessen überzeugt. „Die ökologische Energiewende sorgt für bedeutende Wirtschaftsimpulse im ländlichen Raum. Der Kreis Nordfriesland liefert dafür zahlreiche Beispiele. Der Solarpark Rodenäs ist ein wichtiger Arbeitgeber im strukturschwachen nördlichen Nordfriesland. Neben über zwanzig festen Arbeitsplätzen werden sogar zwei Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt. Außerdem werden möglichst viele Firmen aus dem Umland als Zulieferer genutzt. Das findet meine volle Anerkennung. Beeindruckt hat mich vor allem, dass die Gesellschaft Solarpark Rodenäs sich erfolgreich in so kurzer Zeit mit ihrer neuen Geschäftsidee bewusst in ihrer angestammten Region Wiedingharde etabliert hat.“ so der Abgeordnete Matthiessen.
Das hat durchaus auch Kostenvorteile: Das ehemalige Getreidelager, das als Produktionsstätte genutzt wird, war günstig zu haben. Es würde sonst heute wahrscheinlich leer stehen. Auch eines der größeren Projekte der Firma, der Solarpark Rodenäs mit einer Spitzenleistung von über zwei Megawatt und einem Invest von 8 Millionen, wurde Ende 2006 in unmittelbarer Nähe direkt hinterm Deich errichtet gebaut. Nur einen Steinwurf von der dänischen Grenze entfernt ist dies die größte Photovoltaik-Freiland-Anlage Norddeutschlands.
Die einachsigen Nachführtische sorgen dafür, dass die Solar-Anlagen der Sonne folgen, was bis zu 30% mehr Ertrag bringt als bei herkömmlichen statischen Dachanlagen. Eine von einer astronomischen Uhr gesteuerte Mechanik sorgt für die genaue Ausrichtung auf die Sonne. Der Bürgersolarpark Rodenäs erzeugt jährlich so ca. 2,5 Millionen Kilowattstunden Strom und speist diesen ins öffentliche Stromnetz ein. Der Solarstrom-Ertrag entspricht etwa dem Stromverbrauch von 600 Vier-Personen-Haushalten.
Kreistagsfraktionsvorsitzender Andreas Tietze ergänzt: „Gleichzeitig leistet die Solarenergie einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Die Wiedingharde ist beispielhaft dafür, dass die Energieversorgung der Zukunft aus einem Mix aus regenerativen Energien bestehen muss.
Die Unternehmen der erneuerbaren Energien verzeichnen bundesweit zweistellige Wachstumsraten. Der erwartete Umsatz der erneuerbaren Energiebranche liegt in diesem Jahr bei 32 Milliarden Euro und einer Steigerung von 17%. In Rodenäs leistet man also nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, sondern hilft der Region beim langfristigen wirtschaftlichen Überleben."