Husum, 31.01.2008
Leuchttürme statt Öltürme!
Anlässlich der Abgabe der Bewerbungsunterlagen für ein Weltnaturerbe Wattenmeer bei der UNESCO in Paris und weiteren Ölbohrungen, erklären BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nordfriesland:
„Wir freuen uns, dass nach zähem und langem Ringen endlich die Bewerbungsunterlagen für das Weltnaturerbe Wattenmeer bei der UNESCO in Paris eingereicht werden“, so Andreas Tietze, der Fraktionsvorsitzende der Grünen Kreistagsfraktion. „Sehr bedauerlich ist, dass Hamburg sich aus rational nicht nachvollziehbaren Gründen letztlich nicht an der Bewerbung beteiligen wollte. Weltnaturerbe Wattenmeer - damit kann der Tourismus an der Nordsee international werben, das macht die Einmaligkeit dessen, was wir hier vor unserer Haustür haben, noch einmal sehr deutlich.“
Das Welterbe-Prädikat ist aber kein scharfes Schwert, mit dem etwa eine Elbvertiefung verhindert werden könnte, wie der Hamburger Senat befürchtet - zumal alle Faktoren, die die Nutzung des Wattenmeeres stören könnten, bereits im Bewerbungsdossier vermerkt sind. In diesem wird klargestellt, dass für Entscheidungen über den Naturschutz nur das geltende deutsche und europäische Recht maßgeblich ist, wie es auch in der jahrelangen Diskussion über das Welterbe immer erläutert wurde.
Die Sprecherin der nordfriesischen Bündnisgrünen, Kerstin Mock-Hofeditz, ergänzt:„Dies gilt auch für die Ölförderung im Wattenmeer. Deren geplanter Ausbau könnte durch eine Anerkennung als Welterbe nicht aufgehalten werden – wohl aber hoffentlich durch das geltende Naturschutzrecht. Besonders beunruhigt sind wir über die Berichterstattung im jüngsten `Spiegel´, dass RWE-Dea neben neuen Ölbohrungen im Dithmarscher Wattenmeer nun auch noch zwei neue Konzessionen für Nordfriesland beim Bergamt beantragt hat. Die Firma will hier großflächige Claims abstecken, auf die man die Suche nach dem Öl ausweiten kann. Der Eingriff in unsere Heimat wäre erheblich - laut Spiegel umfasst die beantragte Konzessionsfläche rund zwei Drittel unseres Kreisgebietes, mit dabei auch sämtliche Halligen, Pellworm, Nordstrand und der Norden von Eiderstedt.“
„Wir haben diese Berichterstattung zum Anlass genommen, einen Dringlichkeitsantrag in den Kreistag einzubringen. Es kann nicht sein, dass solche Pläne heimlich und ohne jede Öffentlichkeitsbeteiligung verfolgt werden. Jeder weiß, dass wir in Schleswig-Holstein für unsere Küstenlandschaft andere Ziele festgelegt haben als das Aufstellen von Öltürmen.“ sagt Andreas Tietze.










