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Schlammschlachten im Wahlkampf schrecken die Bürger ab

Der Landratswahlkampf wird immer mehr zur Schlammschlacht und zum Kommunalwahlkampf. Dabei geht es nicht in erster Linie um Parteipolitik, sondern darum eine Person mit Fach- und Führungskompetenz und mit Erfahrung im Verwaltungshandeln zu finden. Die Gesetze werden immer komplizierter, die Haushaltslage im Kreis ist schlecht, Vertragsverhandlungen mit dem Land usw. verlangen eine hoch qualifizierte Landrätin oder Landrat.

 

Als der Landrat noch vom Kreistag gewählt wurde, waren die fachlichen Hürden sehr hoch, der Bewerber musste mindestens die Befähigung zum Richteramt und das 2. juristische Examen nachweisen oder über vergleichbare Verwaltungserfahrung verfügen. Nun wird so getan, als kann diesen Job jeder machen. Ein Dachdecker und Rechtsradikaler legt künftig unsere Gesetze aus und berät uns in juristischen und ordnungspolitischen Fragen, na gute Nacht Deutschland. 

Nun haben sich die Aufgaben gewandelt, es muss nicht gleich ein Jurist sein, dennoch ist eine hohe Qualifikation aufgrund der gestiegenen Anforderungen an das Verwaltungsmanagement, wichtiger denn je.  

Die grüne Kreistagsfraktion hat sich bei ihrer Auswahl ausschließlich von fachlichen Kriterien leiten lassen,. Frau Dr. Lamers ist leitende Verwaltungsdirektorin, Beamtin im höheren Dienst, seit 10 Jahren hat sie die allerbesten Beurteilungen mit Auszeichnung für ihre stets überdurchschnittlichen Leistungen erhalten. Ihre Fachlichkeit und Personalführung wurde stets als vorbildlich von allen Fraktionen angesehen und respektiert. Sie ist derzeit Dienstvorgesetzte von über 75% Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kreisverwaltung und verantwortet ca 80% der Haushaltsmittel. In Land und Bund ist sie eine geschätzte Verhandlungspartnerin, die die Interessen des Kreises stets vorbildlich vertreten hat. Sie ist keine Parteipolitikerin und gegenüber parteinahen Interessensgruppen stets neutral gewesen.  

Es war im Übrigen Herr Harrsen höchstpersönlich, den ich am Tage nach der Berufung von Dr. Bastian zum Staatssekretär traf und der mir freudestrahlend berichtete, er komme gerade von Frau Dr. Lamers und habe sie gefragt, ob sich nicht als Kandidatin für das Landratsamt für die WG-NF kandidieren wolle, er halte sie für eine hervorragende Führungskraft und bestens geeignet - was denn die Grünen davon hielten.  

Lieber Kollege Harrsen, ich kann nur das sagen, was ich Ihnen auch in diesem Gespräch gesagt habe, die Grünen und ich persönlich halten Frau Dr. Lamers für eine geeignete und hoch qualifizierte Kandidatin. Das ist die Wahrheit und in diesem Sinne haben die Grünen konsequent Kurs gehalten. 

Mit großem Bedauern habe ich die Äußerung von Frau Rönnau im Leserbrief vom 29.8. zur Kenntnis genommen. Es wird mit Unterstellungen und bösen Gerüchten gearbeitet, nach dem Motto, irgendetwas Negatives wird schon hängen bleiben. Liebe Kollegin Rönnau, das ist ein sehr schlechter Stil. Fragen Sie die Mitarbeiter im Amt von Frau Dr. Lamers: sie unterstützen sie deshalb, weil sie sie für eine hervorragende Chefin halten. Als Mitglied im Hauptausschuss haben Sie selbst die außergewöhnlichen Beurteilungen von Frau Dr. Lamers zur Kenntnis genommen, das spricht doch für sich! Im Übrigen unterschätzen Sie nicht die Weitsicht der Wählerinnen und Wähler in Nordfriesland. Die mögen solche Spielchen nämlich gar nicht. Lassen sie uns in einem fairen Wahlkampf einen Stil prägen, der dem Amt, den Personen und uns als verantwortliche Kreistagspolitiker gerecht wird. Viel Zeit bleibt ja nicht mehr! 

Andreas Tietze

Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion

Bündnis 90 / Die Grünen

 

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