Wir brauchen mehr Krippenplätze, aber nicht auf Kosten der Qualität!
Husum, 27.06.07
Grüne unterstützen den landesweiten Kita-Aktionstag
Mit dem landesweiten Aktionstages „Wir zeigen Flagge für Kinder“ machen die Landesarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft und die Landeselternvertretung Kindertagesstätten gemeinsam mobil gegen die neue Kitaverordnung der Landesregierung. /font>
Anlässlich der Demonstration auf dem Marktplatz in Husum/font> sagte die Sprecherin der Grünen im Kreis Nordfriesland, Kerstin Mock-Hofeditz: /font> /font>
"Die Landesregierung will mit der jetzt beschlossenen Kita-Verordnung zusätzliche Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren mit Bordmitteln schaffen – ohne zusätzliches Personal. Die Kleinsten sollen in den altersgemischten Gruppen die Betreuung der über Dreijährigen mal eben mitfinanzieren. Daran hat auch die Änderung des Verordnungsentwurfes die von Opposition, Eltern und Trägren durch massiven Druck erstritten worden ist, wenig ändern können. Kein Wunder, dass der Protest weiter geht und heute mit einem landesweiten Aktionstag Flagge für eine bessere frühkindliche Bildung gezeigt wird. Grüne sind dabei!
Die Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern in Kindertageseinrichtungen muss gestärkt werden. Das erreicht die neue Kitaverordnung nicht. Sie führt in der Praxis dazu, dass in den altersgemischten Gruppen deutlich mehr Kinder unter drei Jahren betreut werden als bisher. Aber auf Kosten der Qualität. Wie ist pädagogisches Arbeiten in einer Gruppe mit acht Kindern unter drei und vier Kindern zwischen drei und sechs Jahren wohl möglich?
Den finanziell gebeutelten Kommunen kommt diese Flexibilität entgegen. Der Druck, Betreuungsplätze für unter Dreijährige zu schaffen, ist durch das Tagesbetreuungsausbaugesetz und die aktuelle familienpolitische Debatte enorm gewachsen. Die Kommunen werden jeden neuen Handlungsspielraum ausschöpfen, um Krippenplätze möglichst ohne Mehrkosten zu schaffen. Aus bildungs- und familienpolitischer Sicht ist ein Abbau von Qualität in der Kindertagesstätte fahrlässig. Die Landesregierung handelt verantwortungslos, wenn sie mit ihrer Kitaverordnung den Qualitätsabbau geradezu provoziert. /font>
Der Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN Kreistagsfraktion, Andreas Tietze, ergänzt: "Wer die Kitas in ihrem Alltag besucht, der sieht, dass Bereitschaft, Motivation, Engagement und Kompetenz vorhanden sind. Aber die Einrichtungen sind am Limit des Möglichen angekommen. Ohne zusätzliches Geld, ohne mehr Personal, ohne Team- und Vorbereitungszeiten können sie schlicht nicht noch mehr leisten. In einer Gruppe mit vier Wickelkindern und zwölf weiteren lebhaften Rabauken sind alle überfordert. Wie soll es gelingen, hier eine individuelle Förderung sicher zu stellen? Von Bildung und Erziehung kann bei allem Engagement nicht mehr die Rede sein.
Das ist der Weg zurück in die reine Aufbewahrung der fünfziger Jahre. Der Anspruch, alle Kinder optimal auf die Schule vorzubereiten, wird mit der neuen Verordnung unmöglich gemacht. Wer mehr Angebote für Kinder unter drei schaffen will, wer mehr Qualität und mehr Bildung will, der muss auch mehr Geld investieren. Deshalb haben wir ein Landesprogramm „Clever starten“ mit einem Volumen von zehn Millionen Euro gefordert und gegenfinanziert. Geld, das direkt in die Kitas fließen sollte. Das haben die Regierungsfraktionen abgelehnt."/font>










