Husum, 13.03.2007
Küstenschutz mit Sinn und Verstand
Die Grüne Kreistags-Abgeordnete Ritva Århammar hat in der jüngsten Kreistagssitzung den Antrag zum Küstenschutz abgelehnt.
Ihre Ablehnung bezog sich auf die Punkte des Antrages, in denen es um die Forderung nach einer Deichverstärkung in Steenodde/Amrum und um die Godelniederung auf Föhr geht.
Aus naturschutzfachlicher Sicht wird der Zeit für einschneidende Maßnahmen in diesen sensiblen Bereichen keine Notwendigkeit gesehen. „Die gesamte übrige Ostküste Amrums wird nur durch Salzwiesen begrenzt. Selbst nach diesem stürmischen Winter waren Landabbrüchen nur an der Abbruchkante des Steenodder Kliffs festzustellen. Der Grasdeich bei Steenodde, um den es hier geht, hat seine Funktion gut erfüllt. Auf Amrum soll in den nächsten Wochen eine Bereisung durch Küstenschützer stattfinden, bei der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Ich sehe keine Notwendigkeit, der Diskussion schon heute mit der Forderung nach einer Deicherhöhung vorweg zu greifen, auch wenn ich verstehen kann, dass der Kreistag diesen Deich aus finanziellen Gründen gerne in die Obhut des Landes übergeben will.“ so Ritva Århammar.
Die Kreistagsresolution gegrüßt ausdrücklich „die jüngsten Äußerungen der Landesregierung hinsichtlich der Sicherung der Godelniederung auf Föhr“.
„Hierbei wird sich lediglich auf den Leiter der Abteilung Wasserwirtschaft, Meeres- und Küstenschutz berufen, der auch nur über eine Zeitungsmeldung zitiert wird. Dies ist mir zu wenig. Am 22. Februar diesen Jahres hat der Ministerpräsident selbst in einem Schreiben als Antwort auf die vorherige Küstenschutzresolution gesagt, für die Godelniederung sehe man zum gegenwärtigen Zeitpunkt kein Handlungsbedarf. Mein Fazit: ich sehe im Moment keinen Grund, diesem Text zuzustimmen.“ so Ritva Århammar.
GRÜNEN-Sprecherin Kerstin Mock-Hofeditz zu der Diskussion: „Unsere Kreistagsfraktion ist in diesem Punkt geteilter Ansicht – Uwe Schwalm hat dem Antragstext in der Sitzung zugestimmt.
Dies macht einmal mehr deutlich, dass Küstenschutz ein Thema ist, das kontrovers diskutiert werden kann und in dem mit Schnellschüssen keinem geholfen ist. Ich kann nur davor warnen, Küstenschutz und Naturschutz gegeneinander auszuspielen und zu meinen, dass sich der Naturschutz vor unseren Deichen angesichts steigender Meeresspiegel von selbst erledige. Wir brauchen vielfältige, gut durchdachte Konzepte, die den Salzwiesen ein Mitwachsen durch Sedimentation ermöglichen und die der Dynamik der Prozesse gerecht werden.“







