Grüne kritisieren CCS und wählten neuen Kreisvorstand


vlnr: Kerstin Mock-Hofeditz, Maria Andresen, Dr. Peter Schröder, Angelika Strenge, Martina Jensen-Poschkamp- Es fehlen: Bettina Risse und Tobias Klapper. Foto: Andreas Schönefeld

Die Jahreshauptversammlung der nordfriesischen Grünen stand im Zeichen der Europawahl. In Vorbereitung des Parteitages am Wochenende wurde das Wahlprogramm diskutiert.

Kritisiert wurde vor allem die nicht eindeutige Haltung der eigenen Partei zu CCS, einem Verfahren zur Abscheidung und unterirdischen Einlagerung von Kohlendioxid. Mit Hilfe dieser Technik, die besonders von den großen Stromkonzernen und Kohlekraftwerksbetreibern propagiert wird, soll die extrem klimaschädlichen Kohlekraftwerke als scheinbar saubere Energielieferanten legitimieren. RWE hat bereits Nordfriesland als einen potentiellen CO2-Speicher ins Auge gefasst und führt hier seismische Untersuchungen zu diesem Zweck durch.

Grünen-Sprecher Dr. Peter Schröder "Wir lehnen dieses Verfahren als volkswirtschaftliche Verschwendung  ab. Es soll nur es die schlechte Klimabilanz von Kohlekraftwerken schönen: über ein Drittel der geförderte Kohle wird benötig, um CO2 zu verflüssigen, zu transportieren und zu lagern. Das für diese Investition nötige Kapital muss genutzt werden, um erneuerbare Energie konkurrenzfähig zu machen. Kohle – und Erdölvorräte sind zu kostbar als dass man sie verbrennen sollte, sie müssen als Rohstoffe für die Chemische Industrie zukünftiger Generationen dienen."

 

Auf der Tagesordnung stand weiterhin die Neuwahl des Kreisvorstandes. Die Grünen haben Dr. Peter Schröder von Nordstrand und Angelika Strenge aus Fahretoft zu ihren SprecherInnen gewählt. Der in der Entwicklungshilfe tätige Agraringenieur Schröder hat das Amt seit nun mehr sechs Jahren inne, seine bisherige Mit-Specherin Kerstin Mock-Hofeditz stand für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung, da sie als Kreistagsabgeordnete ein Mandat inne hat und die Grünen Amt und Mandat trennen.

Die neue Sprecherin Angelika Strenge ist Lehrerin in Niebüll und besonders an Bildungs-, Kultur- und Wirtschaftspolitik interessiert. Sie wurde gleichzeitig als Delegierte für den Parteitag der Europäischen Grünen im März in Brüssel nomminiert. "Auch auf europäischer Ebene ist mir in der Bildungspolitik die Chancengleichheit besonders wichtig. Die EU-Austauschprogramme sollten nicht primär Studenten oder Oberstufenschüler im Focus haben. Auch Auszubildende, junge ArbeitnehmerInnen und  ältere Menschen sollten die Chance auf von der EU geförderte Lebens- und Lernerfahrungen im europäischen Ausland bekommen.".

Schatzmeisterin ist nach wie vor Martina Jensen-Poschkamp aus Löwenstedt, BeisitzerInnen sind Tobias Klapper und Maria Andresen aus Westerland, Bettina Risse von Föhr und Kerstin Mock-Hofeditz aus Husum als Geschäftsführerin.

 

 
 
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