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Husum, 10.1.2007

 

Ursachenbekämpfung ist angesagt, nicht Rumgedoktere an den Symptomen

 

 

Zum Kreistags-Antrag der WG-NF, eine Erhöhung des Mitteleinsatzes von Bund und Land bei den Sandvorspülungen auf Sylt zu erwirken, äußern sich die GRÜNEN kritisch:

 

 

Die Sandverluste sind nur ein Symptom, schlimm genug, aber dem Problem ist dauerhaft nicht mit immer neuen, schnelleren und teureren Sandvorspülungen beizukommen. Im vergangenen Jahr wurden in List und Rantum im Auftrage des Amtes für ländliche Räume Husum rund eine Million Kubikmeter Sand mit einem Kostenaufwand von etwa 3,5 Millionen Euro zum Schutze der Westküste vorgespült. Dies erweist sich als ein Fass ohne Boden.

 

 

Unbestreitbar ist die Ursache der fortschreitende Klimawandel und gerade unser Kreis ist einer derjenigen in Deutschland, die davon besonders betroffen sind. Deshalb liegt es im originären Interesse Nordfrieslands, sich mit dem Klimawandel und seinen unmittelbaren Folgen für die Westküste umfassend zu beschäftigen und entsprechende Maßnahmen in sein Arbeitsprogramm aufnehmen.

 

 

Das ist eine Querschnittsaufgabe, die Maßnahmen in allen Fachbereichen erfordert. Bündnis 90/Die Grünen haben bereits mehrfach auf die Dringlichkeit von Klimaschutzmaßnahmen hingewiesen und entsprechendes Handeln eingefordert. Es ist endlich an der Zeit, dass auch die anderen Fraktionen diese Notwendigkeit erkennen. "Die führenden Forscher sind der Auffassung, dass der Klimawandel zwar schon weit fortgeschritten ist, wenn wir aber sofort energisch handeln, können die Folgen zumindest noch abgemildert werden." so Andreas Tietze für Bündnis 90/Die Grünen im Kreistag und fährt fort: "Der Arbeitsauftrag für den Agrarausschuss kann nur einer von vielen Schritten sein, die unverzüglich folgen müssen.

 

Weitere Schritte wären zum Beispiel, dass der Kreistag eine Klimaschutz-Debatte führt, zu der er den Klima-Experten Prof- Dr. Mojib Latif einlädt.

 

 

Der Wirtschaftsausschuss sollte mit Experten beraten, wie regenerative Energien im Kreis noch besser gefördert und angesiedelt werden können, und wie den Bürgerinnen und Bürgern eine Energiebeartung zur Seite gestellt werden kann. Außerdem könnte sich dieser Ausschuss, der sich ja auch um die Verkehrsbelange des Kreises kümmert, die Verbesserung der Radfahr-Situation im Kreis sowohl für Fahrradurlauber als auch für Alltagsradler auf die Fahnen schreiben und  sich um Radwegebau an Kreisstraßen und die Einrichtung von Fahrradservicestationen, wie es sie in Husum bereits gibt, auch an anderen Bahnhöfen in Nordfriesland kümmern.

 

 

Im Kreis-Finanzausschuss muss diskutiert werden, was uns der Klimawandel in den kommenden Jahrzehnten tatsächlich kosten wird und mit welchen Maßnahmen wir wie viel einsparen könnten, wenn wir jetzt gezielt in den Klimaschutz investieren.

 

Auch der Schulausschuß könnte sich im Bereich Bildung für Nachhaltige Entwicklung engagieren, etwa mit der Anregung von Projekten an Schulen, in Schullandheimen und Jugendherbergen zum Naturerlebnis und zur Umweltbildung.

 

 

Sämtliche kreiseigene Gebäude sollten im Hinblick auf eine Verbesserung der Energie-Standards überprüft werden: wo sind weitere Energie-Einsparungen möglich, wo kann die Wärmedämmung verbessert werden, wo könnten Solaranlagen die Warmwasser-Bereitung übernehmen. Auch der kreiseigene Kraftfahrzeugpark sollte im Hinblick auf Verbesserungen beim Schadstoffausstoß und beim Benzinverbrauch überprüft werden.

 

 

"BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Nordfriesland sehen in all diesen Maßnahmen Chancen, dem Klimawandel zu begegnen und unserem Kreis, der im Bewusstsein der Menschen eng mit dem Meer und seiner gewaltigen Macht verknüpft ist, eine Zukunft zu geben, die der Verantwortung für dieses Element und seinen Auswirkungen gerecht wird." so Andreas Tietze, Fraktionsvorsitzender der GRÜNEN im Kreistag. "Wir werden einen entsprechenden Antrag in den Kreistag am 26.1. einbringen."

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