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Die Grünen lehnen Lagerung von CO2 in Nordfriesland entschieden ab

Bündnis 90/Die Grünen treten für effektiven Klimaschutz und für konsequente Förderung erneuerbarer Energien ein. Den Beschluss der Landesregierung, in Brunsbüttel zwei Kohlekraftwerke zu bauen, kritisieren die Grünen als falsche Weichenstellung, die allen Anstrengungen zum Klimaschutz entgegenwirkt.

In der Aprilsitzung des Kreistages verabschiedete der Kreistag auf Initiative der Grünen eine einstimmige Resolution gegen die von der RWE Dea geplanten Ölbohrungen im Wattenmeer. Bisher noch kein Gegenstand der Diskussion waren die Bestrebungen von RWE in Nordfriesland Lagerstätten für CO2 einzurichten.
Für die geplanten seismischen Untersuchungen sind zwei Gebiete in Schleswig-Holstein festgelegt worden. Eines davon in Nordfriesland, genannt werden die Orte Bredstedt, Leck und Niebüll.

Diese Aktivitäten von RWE laufen bisher völlig geräuschlos und von der Öffentlichkeit unbemerkt. „RWE hat vor sieben Jahren seine Erfahrungen mit den Nordfriesen gemacht, als sie hier eine Müllverbrennungsanlage bauen wollte. Nach erheblichem Widerstand der Bevölkerung musste RWE diese Pläne aufgeben, in Bredstedt oder in Ahrenshöft eine solche Anlage zu bauen.“ erinnert Ritva Århammar, grüne Kreistagsabgeordnete und seinerzeit eine der Intiatiorinnen der Bredstedter Bürgerinitiative gegen den Bau der MVA. „Schon damals war die Bevölkerung lange in Unkenntnis gelassen worden.“

Die nordfriesischen Grünen lehnen eine Endlagerung von CO2 strikt ab, denn die Lagerungstechnologie, kurz CCS-Technologie genannt, verbirgt eine Menge Risiken. Dazu führt Kerstin Mock-Hofeditz, Sprecherin der Bündnisgrünen in Nordfriesland folgende Argumente auf: „Es ist keineswegs sicher, ob nicht CO2 doch den Weg nach oben findet. Das zu lagernde CO2 beinhaltet außerdem chemische Rückstände, die sich unterirdisch zu aggressiven Gemischen, etwa zu Schwefel- oder Salpetersäure verbinden können. Nachfolgende Generationen müssten neben dem Atommüll auch noch auf das gespeicherte CO2 bis zum Sankt Nimmerleinstag aufpassen - sie werden ihre Ahnen verfluchen!

Die Technik wird zudem nicht vor 2020 einsatzfähig sein, vorher sollen nach derzeitiger Planung schon über 20 Kohlekraftwerke gebaut werden. Für alle diese äußerst klimafeindlichen und uneffektiven Kraftwerke kommt die Technik zu spät. Eine Nachrüstung ist zu vernünftigen wirtschaftlichen Bedingungen nicht möglich. Gleichzeitig bedeutet die Einlagerung von CO2, dass Bohrungen für Geothermie nicht mehr möglich sind. Diese wichtige Quelle erneuerbarer Energie wird also in diesen Gebieten ausgeschlossen.

Für die langen Transportweg zwischen den Kohlekraftwerken und den Lagerstätten müssten Pipelines gebaut werden, deren Kosten jede Kilowattstunde Kohlestrom nach den heutigen Schätzungen um ca. 7 Cent verteuern würden. Auch vor diesem Hintergrund ist klar, dass nur die erneuerbaren Energien, die einzige schadstofffreie und von Rohstsoffimporten unabhängige Energieversorgung gewährleisten können.“

Über die Suche nach den Lagerstätten für CO2 in Nordfriesland wurde die Bevölkerung bisher überhaupt nicht informiert. Bündnis 90/Die Grünen fordern den Konzern, aber auch den nordfriesischen Landrat Harrsen auf, die Bevölkerung in den betroffenen Gebieten unverzüglich und umfassend zu informieren.

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