Grüne kritisieren SPD

- Der Kindergarten soll optimal auf die Schule vorbereiten
7.7.2007
Jugendhilfeausschuss am 12.7.2007 zur Änderung der KITA - Verordnung
Familienfeindliche Beschlüsse gibt es auch bei den Sozialdemokraten
„Die Verbesserung der frühkindlichen Bildung“ ist kein Schlagwort für Sonntagsreden, sondern muss im Alltag mit Leben erfüllt werden und wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfe.“ so Andreas Tietze, Fraktionsvorsitzender der Kreistagsfraktion von Bündnis 90 / Die Grünen.
Mit der neuen Kindertagesstättenverordnung bewirkt die Landesregierung auf Initiative der sozialdemokratischen Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave genau das Gegenteil von dem, was die SPD im Kreis immer propagiert. Aus aktuellem Anlass ärgert Tietze, dass die SPD hier im Kreis so tut, als hätte sie mit den Entscheidungen in Kiel nicht zu tun. Ein aktuelles Beispiel dieser Einäugigkeit ist für ihn die aktuelle Presseerklärung der SPD-Kreistagsfraktion zur Schülerbeförderung.
Ministerin Erdsiek-Raves will, dass zusätzliche Betreuungsplätze mit Bordmitteln geschaffen werden, über die Kleinsten soll in den altersgemischten Gruppen die Betreuung der über Dreijährigen mal eben mitfinanziert werden. Der grüne Fraktionsvorsitzende fragt sich, wie das gelingen soll. „Eine individuelle Förderung jedes einzelnen Kindes wird so immer schwieriger.“ mutmaßt Tietze. „Hier wird auf Kosten der Kleinsten populistisch gemurkst!“
Deshalb unterstützen die Grünen in Nordfriesland den Protest gegen die Politik der Landesregierung und setzt sich für eine bessere frühkindliche Bildung ein. Flagge zeigen ist angesagt!
Die Kreis-SPD tut jedoch so, als habe sie mit den in Kiel getroffenen Beschlüssen nichts zu tun. Tatsache ist aber, dass sich CDU und SPD derzeit in nichts nachstehen, wenn es darum geht, Standards in der Familienpolitik abzubauen. „Für mich ist das alles nicht mehr glaubwürdig, die SPD in Nordfriesland tut so, als befinde sie sich in einer anderen Partei als die SPD in der Landesregierung. Dabei trägt sie sowohl bei den familienfeindlichen Beschlüssen zur Schülerbeförderung als auch bei den Beschlüssen zur KITA-Politik Verantwortung.“ empört sich Tietze, „Wählerinnen und Wähler reagieren auf solche Doppelzüngigkeit äußerst allergisch!“
Die Grüne Position ist klar: Die Qualität der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern in Kindertageseinrichtungen muss gestärkt werden - sie darf auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten nicht hinten an gestellt werden. Wer erst den Kommunen tief in die Tasche greift und dann mit einer neuen Verordnung den Qualitätsabbau geradezu provoziert, handelt verantwortungslos.
Kindertagesstätten investieren viel Zeit und Kraft, um mit hohem Engagement Tag für Tag jedes einzelne Kind altersgerecht zu fördern und „nebenbei“ das eine oder andere familiäre Problem gleich mit zu lösen. Für diese verantwortungsvolle Arbeit brauchen sie die Unterstützung der Politik.
„Nur wenn uns die Betreuung, Erziehung und Bildung unserer Kinder etwas wert ist, kann die individuelle Förderung in der KITA gelingen. Der Weg zurück in die reine Aufbewahrung der fünfziger Jahre, wie sie mit den immer größer werdenden Gruppen bevorsteht, führt aufs Abstellgleis. Der Anspruch, alle Kinder optimal auf die Schule vorzubereiten, wird mit der neuen Verordnung erneut erschwert.“, so Tietze.
„Meine Fraktion wird sich dafür stark machen, dass die negativen Folgen abgemindert werden. Ich bin sehr gespannt, wie die nordfriesischen SPD-KollegInnen die unverantwortliche und familienfeindliche Politik ihrer Genossin in Kiel im Jugendhilfeausschuss am Donnerstag erklären wollen.“ so der Fraktionsvorsitzende der grünen Kreistagsfraktion und beratendes Mitglied im Jugendhilfeausschuss Andreas Tietze.







