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Husum, 07.07.07

PRESSEMITTEILUNG 

Grüne für neue Schulformen - auch in NF

 

Die Grünen Nordfriesland hatten zu einer Veranstaltung unter dem Titel „Wie kann gemeinsames Lernen in Husum gelingen“ eingeladen.

Zur Einstimmung wurde die Montessori Gesamtschule in Potsdam in einem Film vorgestellt – eine Schule, in der alle Kinder gemeinsam und sehr erfolgreich lernen, egal ob sie eine Empfehlung zum Gymnasium, zur Realschule, zur Hauptschule oder sogar zu einer Schule für Lern- und Körperbehinderte haben. Die Montessori-Schule fördert die Unterschiedlichkeit aller Schülerinnen und Schüler.

In altersgemischten Lerngruppen entwickeln die Schüler und Schülerinnen ihre soziale Kompetenz, lernen Verantwortung zu übernehmen und in unterschiedlichsten Gruppen zu arbeiten. Ältere geben ihre Erfahrung an Jüngere weiter und vertiefen im Lehren ihr eigenes Wissen. Jüngere lernen von den Älteren mit Worten, die sie verstehen. Die Kinder und Jugendlichen erleben miteinander viel gegenseitige Hilfe, Unterstützung, Anregung und Zusammenarbeit und dafür weniger Konflikte. Das Lernklima in allen Gruppen ist entspannt, und es entstehen sehr viele jahrgangsübergreifende Freundschaften und Kontakte.

 

Der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im schleswig-holsteinischen Landtag, Karl-Martin Hentschel, machte deutlich, dass auch in Schleswig-Holstein spätestens durch die Schulreform der großen Koalition  viele Fragen an den Schulen auftauchen: Wie kann man Kinder unterschiedlicher Begabung gemeinsam unterrichten? Wie funktioniert eine Schule ohne 45-Minuten-Takt? Wie bereitet man einen Unterricht vor, in dem Kinder selbständig lernen? 

 

Mit diesen Fragen werden die Schulen allein gelassen. Hier setzt unsere Kampagne PLIETSCH! an. Karl-Martin Hentschel: "Es gibt 1000 Ideen, wie Schule konkret und schnell besser gemacht werden kann. Und die findet man meist an den Schulen selber! Diese Beispiele wollen wir zeigen.

Wir präsentieren positive Beispiele für die neue Schule: Schulen wie die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden, die Max-Brauer-Schule in Hamburg, die Montessori-Schule in Potsdam, die Gemeinschaftsschule in Chemnitz, alles Schulen, die bei PISA hervorragend abgeschnitten haben." 

Die Landratskandidatin der Grünen, Dr. Gabriele Lamers, zeigte sich an diesem Abend beeindruckt von den vorgestellten Schulprojekten: „Alle diese gelungenen Projekte zeigen: Schulen brauchen Luft zum Atmen: Gelungene Reformen werden nur mit den Schulen – nicht gegen sie – auf den Weg gebracht. Ich kann mir vorstellen, dass solche Initiativen auch die Schullandschaft in Nordfriesland sehr bereichern könnten." 

Für die GRÜNEN Nordfriesland war nach diesem Abend klar, dass die Schule der Zukunft nicht durch Ministerin Erdsiek-Rave von oben verordnet werden kann. Die Zukunft muss von den LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen vor Ort selbst erarbeitet werden. Dazu brauchen die Schulen mehr Freiheit in Finanzen, Organisation, Personalführung und in der Unterrichtsgestaltung. 

Uwe Schwalm, grüner Kreistagsabgeordneter und selber Lehrer, meint dazu:

„Gemeinschaftsschulen sind eine Chance für viele Kinder zum besseren Lernen und für viele Regionen, ein breit gefächertes Angebot an Schulabschlüssen in zumutbarer Entfernung vom Wohnort aufrecht zu erhalten. Die dafür dringend notwendige Veränderung der Lehrerfortbildung, die Einstellung von SchulpsychologInnen, SozialarbeiterInnen und gegebenenfalls SchulassistentInnen, damit binnendifferenzierter Unterricht gelingen kann, sind allerdings nicht zum Nulltarif zu haben. Diese Erkenntnis muss sich in der Bevölkerung erst noch entwickeln."

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