
- Spannende Diskussion: Marlies Fritzen, Kerstin Mock-Hofeditz, Anke Erdmann (v.l.n.r.)
PRESSEMITTEILUNG
Grüne für Gerechtigkeit für alle Generationen
Die Kreismitgliederversammlung der nordfriesischen Bündnisgrünen stand ganz im Zeichen des Landesparteitages, der am Wochenende in Plön stattfinden wird und zu dem 10 Delegierte aus Nordfriesland entsandt werden.
Ein wichtiger Punkt ist die Wahl des neuen Landesvorstandes – wie üblich bei den GRÜNEN ist diese Wahl quotiert: es gibt einen Sprecher und eine Sprecherin in gleichberechtigter Funktion. Der amtierende Landesvorsitzende Robert Habeck ist einziger Kandidat für den Männerplatz, wo hin gegen sich seine Sprecherkollegin Marlies Fritzen der Konkurrenz von Anke Erdmann, der ehemaligen Leiterin des Ministerbüros von Ex-Grünen-Umweltminister Klaus Müller stellen muss.
Kreisverbandssprecherin Kerstin Mock-Hofeditz war dann auch froh, beide Kandidatinnen im gut besetzten Handwerkerhaus begrüßen zu dürfen: Marlies Fritzen stellte die Erfolge ihrer Amtszeit heraus, insbesondere die von ihr sehr erfolgreich initiierte Kampagne gegen den Verkauf des Landeswaldes habe mit den vielen Infoständen und tausenden gesammelten Unterschriften gezeigt, dass die GRÜNEN im Lande nach wie vor sehr aktiv seien und auch aus der Oppositionsrolle heraus, insbesondere gemeinsam mit Vereinen und Verbänden, viel erreichen können.
Anke Erdmann stellte heraus, dass sie Nordfriesland sehr gut kenne, da die nordfriesischen Themen wie die seinerzeit geplante – und verhinderte – Müllverbrennungsanlage, der Vogelschutz auf Eiderstedt und das Welterbe Wattenmeer gut einen Drittel ihrer Arbeitszeit im Ministerbüro beansprucht hätten, obwohl es ja nur einer von 15 Kreisen und kreisfreien Städten im Land seien.
Die Diskussion blieb lebhaft, auch als es um das Grundlagenpapier des Parteitages ging, mit dem die GRÜNEN ihren einjährigen programmatischen Diskussionsprozess abschließen wollen. Ein Thema war hier das „Lebensland“ Schleswig-Holstein: „Ökologische Politik ist eine Frage gesellschaftlicher Gerechtigkeit. Angesichts der rapiden Zunahme von Armut und Migration aufgrund des Klimawandels und der daraus resultierenden Wetterkatastrophen kann es gerechte Chancen für alle Menschen nur geben, wenn auch die ökologischen Fragen beantwortet sind.“ stellt Marlies Fritzen fest.
Der nordfriesische Fraktionsvorsitzende, Andreas Tietze, hatte für die Landespartei das Papier zur Generationengerechtigkeit erarbeitet: „Die heute 40 bis 50 Jährigen werden in einer Zeit alt sein, in der der demographische Wandel voll durchschlägt – es wird dreimal mehr Alte geben als heute – und weniger Junge. Hier müssen neue Lösungen her, wie Mini-Generationenverträge, bei denen „junge Alte“ „alte Alte“ tatkräftig unterstützen und dafür selber ein Anrecht auf solche Hilfen erwerben.“
Weiterhin wurde das „Bildungsland“ Schleswig-Holstein diskutiert. Hier sieht das Positionspapier der GRÜNEN vor, dass die Kinder möglichst lange gemeinsam lernen. Anke Erdmann stellt vor: „Bildung ist ein Lebensrecht – jede und jeder hat das gleiche Recht auf Bildung und einen kostenlosen
Besuch der Kindertageseinrichtungen, Schulen und Hochschulen. Eine strittige Diskussion erwarte ich auf dem Parteitag darüber, ob es nach Vorstellung der GRÜNEN eine Kindergartenpflicht geben soll.“ Dies wurde auch bei den nordfriesischen Grünen intensiv und kontrovers diskutiert, Einigkeit bestand aber darin, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist, von dem niemand ausgeschlossen werden darf.
Angesichts der großen Verwirrung im Lande über die Schulreform der großen Koalition beteiligen sich auch die nordfriesischen Grünen an der Bildungskampagne des Landesverbandes und werden im Sommer zu einer Schulveranstaltung einladen.










