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Gentechnik: Risiko ohne Sinn und Nutzen

Die Stühle im Raum reichten nicht aus, als die nordfriesischen GRÜNEN zu einer Diskussion über Gentechnik einluden – das Interesse war groß, denn das Thema bewegt offenbar die Gemüter.

So waren sich ReferentInnen und ZuhörerInnen auch sehr schnell einig, dass der Nutzen dieser Risikotechnologie, wenn er denn überhaupt vorhanden ist, auf keinen Fall den großen Schaden, den diese anrichten kann, aufwiegt.

„ Der Artensprung, das Zusammenfügen von Erbmaterial der einen Pflanzenart auf die andere, Bakteriengene in Pflanzen, Tiergene in Pflanzen und umgekehrt, das macht diese neue Technik so unkalkulierbar und gefährlich.“ verdeutlichte der GRÜNE Landtagsabgeordnete Detlef Matthiessen. „Man hat bereits Erfahrungen zum Beispiel mit Gen-Raps gewonnen, der sich mit anderen Pflanzen aus der Familie der Kreuzblütler kreuzt.“ Durch eine Anfrage des Abgeordneten wurde deutlich, dass in Schleswig-Holstein nicht zugelassener Gen-Reis aus Übersee in den Handel gelangte, selbst die Landtags-Kantine wurde kürzlich mit beliefert. „Europa ist weitgehend frei von Genproduktion, wir wollen dafür kämpfen, dass es auch so bleibt.“

Die Agrarreferentin des BUND Schleswig-Holstein, Dr. Ina Walenda, ergänzt: „Es gibt im Grunde kaum unabhängigen wissenschaftliche Studien zur Gentechnik – Untersuchungen, die durchweg von den Firmen finanziert werden, sind der Regelfall. Diese jedoch haben ein wirtschaftliches Eigen-Interesse an einer Positiv-Darstellung dieser Technologie. Ein Bauer, dem nach der Verfütterung von gentechnisch verändertem Futtermittel, sämtliche Kühe verstorben sind, erhielt keine Unterstützung bei der Aufklärung der Ursachen – weder seitens der Behörden noch von der Industrie.“

Carola Ketelhodt, Geschäftsführerin von BIOLAND Schleswig-Holstein, wies daraufhin, dass Verbraucherinnen und Verbraucher ausschließlich bei zertifizierten Bio-Lebensmitteln sicher sein können, dass keine Bestandteile des Produktes gentechnisch verändert sind. Bereits 80% der Schweine im konventionellen Betrieb werden schon heute mit Gen-Soja gefüttert. Dies wird im Fleischverkauf nicht gekennzeichnet.

Bernd Voss, 2. Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, sieht allerdings auch große Chancen für seine konventionell, aber gentechnik-frei wirtschaftenden Berufskollegen: „Die Gentechnik bietet den Landwirten keinerlei Vorteile. Im Gegenteil: aus Kanada weiß man, dass 15 % mehr Pestizide nötig sind. 80% der Verbraucherinnen und Verbraucher lehnen Gentechnik im Essen ab. Wenn sich die Landwirte in einer Region einig sind und sich mit den Kommunen als „gentechnikfreie Region“ zusammenschließen, vergrößert dies die Vermarktungschancen der Produkte immens.“

Der GRÜNE Kreisverband Nordfriesland wird an dem Thema „gentechnikfreie Regionen“ festhalten und plant dazu für den Beginn des kommenden Jahres eine Veranstaltung für Landwirte und Landwirtinnen. „Wir sind überzeugt, dass dies eine Chance für gesunde, gentechnikfreie Produkte von der Nordsee ist, die sich bundesweit vermarkten liessen.“ so GRÜNEN-Sprecherin Kerstin Mock-Hofeditz.

 

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